Lactarius fluens

Lactarius fluens

Montag, 21. September 2015

L. controversus


 
Lactarius controversus - 50 cm breiter Rosascheckiger Milchling im Garten unter Salweide

Beleg: mi-2015-021.
Ein Fund vom 30. September 2015 in einem Garten auf Rasen unter Salix caprea - Salweide. Die Art wächst dort in jedem Jahr zu 50-80 Exemplaren von September bis Oktober.

Standort: Gemeinde Straubenhardt, Übergang südl. Kraichgau - Nordschwarzwald. MTB 7117/14 Birkenfeld.

Bei der Art handelt es sich um riesige, bis 20 cm breite "Erdschieber", die bereits ausgebreitet mit eingerolltem Hutrand aus der Erde drücken.

Hut leicht klebrig, cremefarben, schwach konzentrisch gezont, samtig und ab und zu rosalich gezont. Hutrand  bleibt eingerollt.
Stiel cremefarben, kurz und dick, ohne Gruben.
Lamellen dünn, schmal, gedrängt und besitzen einen schmutzig rosa Farbton.
Fleisch hart, dick, weiß. Lässt man einen gebrochenen Stiel liegen, so verfärbt sich die Stielrinde nach Stunden gelb.
Milch stark klebrig, dauerhaft weiß. Sie schmeckt, genauso wie das Fleisch, verzögert bitter, scharf und sehr unangenehm kratzend im Rachen. Geruch wurde keiner festgestellt.

Sporenpulver rosalich falb

Farbreaktionen
an der Luft: isolierte Milch creme, Fleisch weiß
FeSO4: Milch creme, Fleisch rosalich
Guajak 1/2: Milch hellbräunlich, Fleisch blaugrün
KOH 30%:Milch creme, Fleisch hellbräunlich


Farbreaktionen nach 30 Min: oben Milch, unten im Fleisch





















Sporen breit ellipsoid bis ausgesprochen länglich, derb gratig-netzig, fast vollständige Netze bildend. Ornamente bis 0,5 µm hoch und stark amyloid. Hilarfleck schwach bis gar nicht amyloid. MW(N33/P95): 6,3-6,5 x 4,8-5,0; QM(N33/P95): 1,28-1,35; VM (N33/P95): 77-83

Sporen in Melzers Reagenz






















Im Negativbild erscheint das Sporen-Ornament besonders deutlich.

Sporen im Negativbild






















Cheilozystiden sehr spärlich,  in SV nur teilweise geschwärzt, lageniform, terminal oft kopfig, 20-30 x 3-4 µm.
Pleurozystiden (Bild) spärlich, Aussehen wie Cheilozystiden, 25-35 x 3,5-5 µm

Pleurozystiden in Sulfovanillin, Quetschpräparat



















Die Huthaut besteht aus einer 20-30 µm dicken Ixokutis (verschleimter Schicht liegender Hyphen). Hyphenbreite = 2-3 µm.

Huthautschnitt in Kongo-SDS, Handschnitt nach der PEG-Methode


Huthautschnitt in Tokuidinblau, Handschnitt nach der PEG-Methode
































Die Stielhaut besteht aus einem Trichoderm /Schicht unverschleimter, schräg aufgerichteter Hyphen, die 3-4 µm dick sind.

Stielhautschnitt in Kongo-SDS, freier Handschnitt
Stielhautschnitt in Kongo-NH3, Handschnitt nach der PEG-Methode







Diskussion
Völlig problemlose, leicht kenntliche Art, allerdings nach dem Schlüssel in Heilmann-Clausen et al. schwer zu bestimmen, da der Hut im Grad seiner Zonierung, Klebrigkeit und  Filzigkeit sehr variabel ist.
Zum Vokommen ist zu sagen, dass man die Art auch unter Populus - Pappel findet.

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