Lactarius fluens

Lactarius fluens

Dienstag, 22. September 2015

Präparationstechnik

Huthaut-Schnitte (Rasierklinge) von Täublingen/Milchlingen mit verschleimterHuthaut

A)  Frische Fruchtkörper
  • lassen sich auf Grund der gummiartigen Konsistenz der Epikutis nicht dünn schneiden. Es hilft auch nicht, direkt vor dem Schneiden Kältespray zu nehmen oder den Fruchtkörper vor dem Schneiden in die Kühltruhe zu legen: Beim Schneiden taut die Oberfläche sofort wieder auf.
  • Bei Fruchtkörpern mit trockener Huthaut schneidet man diese im frischen Zustand mit einer Rasierklinge unter dem Stereomikroskop, funktioniert sehr gut! 

B) Rascheldürr getrocknete Fruchtkörper
  •  Trocknen im Dörrex und dann schneiden: nicht so gut, da die Hutoberfläche ungleichmäßig zusammenschnurrt.

C) PEG-Methode
  • Möglichst kleine Huthaut-Fragmente über Nacht  in 10- bis 20-prozentige wässriger Lösung von PEG1500 einlegen. Dadurch werden die Fragmente mit PEG durchtränkt.
  • Am nächsten Tag die noch feuchten Fragmente auf einen Objektträger legen und völlig durchtrocknen lassen.  -  12 Stunden später Handschnitte mit frischer Rasierklinge ausführen.
  • Die Schnitte überführt man in Wasser (direkt mit der Klinge ins Wasser abgleiten lassen, Objektträger mit Mulde). Nach 1 Minute hat sich das PEG herausgelöst. Jetzt z.B. mit Zahnstocher die Fragmente auf einen normalen Objektträger in einen ganz kleinen Tropfen der Färbe-Reagenz, hier Kongo-NH3, überführen.
  • Nach 2 Min Einfärbung Fragment mit KOH 5% überschwemmen, KOH absaugen, wiederum KOH zugeben, Deckgläschen drauf. Mikroskopieren, fotografieren.
  • Der Schleim bleibt bei dieser Methode weitgehend erhalten: Die Ergebnisse sind in etwa vergleichbar mit jenen, die man erhält, wenn man versucht, den Schleim durch Fixierung in Formol-Dämpfen und anschließender PEG-Durchtränkung mit einer PEG-Methylcellosolve-Lösung zu fixieren. Also: mit oder ohne Fixierung: Der Schleim bleibt erhalten.
  • Was nicht gut funktioniert ist, wenn man die frischen Fragmente mit erhitztem PEG zu umgeben versucht. Das PEG zieht nicht ein, Schnitte gelingen nicht recht.
Huthaut von Lactarius salmonicolor - geschnitten: PEG-Methode, Einbettung: Kongo-NH3

    Stielhaut von Lactarius salmonicolor - geschnitten: PEG-Methode, Einbettung: Toluidinblau

    Stielhaut von Lactarius salmonicolor - geschnitten: PEG-Methode, Einbettung:Brillantkresylblau

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